still und heimlich?

Es mag verwundern, dass es um die Querdenker in diesem Jahr so ruhig geworden ist. Die Beiträge auf dem Blog sind seltener geworden und das letzte Treffen ist auch schon eine Weile her. Mein letzter Aufruf „Rettet SoliCar!“ verhallte ungehört und schuf damit die Grundlage, das Projekt Carsharing im Dorf vorläufig ad acta zu legen – bis sich einer findet, der Zeit und Lust hat, die Idee in ein echtes Projekt umzuwandeln.

Doch auch wenn es den Anschein hat, die Querdenker seien still und heimlich eingeschlafen, so mag ich dem gerne widersprechen: Die Querdenker sind aktiv – im Netz und in echten Projekten; vernetzt mit anderen Gruppen schaffen sie selbst Vernetzung. Ebenjene Vernetzungsarbeit ist leise, das Tempo ist runtergeschraubt, sie treffen sich nicht allzu häufig, doch sie arbeiten in verschiedensten Projekten unter dem gleichen Motto: Es tut sich was und wir wollen mitbestimmen! Um sie euch nicht vorzuenthalten, hier die Gemeinschaftsprojekte im Einzelnen:

still und heimlichAuf unserer Facebook-Seite Quergedacht veröffentlichen wir regelmäßig Beiträge, die als Beispiele für umgesetzte Projekte nachhaltiger Ideen dienen. Von interaktiven Karten über Wissenswertes aus dem Netz bis hin zu Alltagstipps für nachhaltigen Konsum tragen wir hier viele Informationen zusammen. Schaut mal rein.

Unser Gemeinschaftsbüro g.r.i.p.s., das uns den virtuellen und realen Raum für unsere Querdenker-Austauschrunden stellt, geht ins dritte Jahr. Der nächste Neujahrsempfang steht vor der Tür und wir überlegen uns, wer in der Region werkelt und über neuen Ideen oder Produkten brütet. Daher stellen wir auf dem Empfang auch regionale Künstler und Schaffende vor.

Der Verein Dindum KulturKommunikation e.V. ist in diesem Jahr aktiv auf der Suche nach neuen Projekten und Akteuren, um seine Arbeit im Bereich Lehmbau und nachhaltige Entwicklung in Marokko auszuweiten. Das nächste Musikfestival im April 2014 organisieren wir mit der Stadt Agdz nun als offiziellen Kooperationspartner. Wir haben am Auswahlverfahren der UNESCO teilgenommen und hoffen, im nächsten Jahr für die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet zu werden. Habt ihr Lust, das Festival in Südmarokko zu besuchen? Der Eintritt ist für alle Teilnehmer frei. Mehr Info gibt’s auf www.rendez-vous-de-la-musique.com.

Die Jugendkunstschule, unter der Leitung von Axel Weigend, Mitbegründer des g.r.i.p.s.-Büros, unterhält viele kreative Projekte. Dabei ist schönes entstanden, wie z.B. das internationale Kunstprojekt „Partizipation“, das die Jugendkunstschule zusammen mit Europahaus in Bad Marienberg organisierte. Jugendliche aus fünf europäischen Ländern arbeiteten zusammen und verschönerten die Fassade der Kreativ-Werkstatt. 700 Jahre – 700 Stühle ist ein ambitioniertes Projekt, in dem 700 Stühle zum Jubiläum der Stadt kreativ gestaltet werden und als Sitzgelegenheiten für Events der Stadt dienen sollen. Wer einen Stuhl gestalten will, kann sich im Rahmen von Workshops entfalten, die die Jungendkunstschule anbietet, oder diesen in Eigenregie herstellen.

„Unikum – der Regionalladen“ öffnet seine Türen demnächst in Altenkirchen. Der Regionalladen bietet ab Januar regionalen Schaffenden eine Plattform, ihre Produkte anzubieten und zu verkaufen. Es gibt in unserer Region viele Produzenten,  Kunsthandwerker, Existenzgründer oder Dienstleister, welche in den vielen Dörfern rund um Altenkirchen leben, ohne dass wir sie kennen. Dazu bietet der Regionalladen Mietregale für jene Handwerker oder Produzenten an, die sich über ihre Produkte vorstellen und einen Namen machen können.

Die nächste Transition-Town-Initiative ist in unserer Nähe gegründet worden: Ein Ableger der Initiative Westerwald im Wandel hat sich in Ingelbach/Ww. aufgetan. Hier gibt es bestimmt noch Beteiligungsmöglichkeiten.

Es gibt weiterhin viel zu tun für alle Querdenker in der Region. Wir sammeln Spannendes aus aktiven Gruppen, merk-würdigen Initiativen, kreativen Ideen und bereiten sie für euch auf. Nutzt die Quellen, erzählt sie weiter und teilt uns mit, was euch bewegt.Habt ihr ein Projekt gefunden, an dem ihr euch beteiligen wollt? Schreibt uns, kommt vorbei, wir freuen uns über Engagement jeder Art.

Eure Nadja

querdenker [at] grips-raum.de

 

Rettet SoliCar!

Auf dem diesjährigen Neujahrsempfang unseres Gemeinschaftsbüros sind wir in der großen Runde gefragt worden, was denn eigentlich aus unserem SoliCar-Projekt geworden ist.  Das Carsharing-Projekt, was wir speziell auf dem Lande, genauer gesagt, in Mehren/Ww. Oder Flammersfeld, durchführen wollten. Ulli war sicherlich genauso überrascht von der Frage wie alle anderen Querdenker in der großen Runde und er bemühte sich um eine zufriedenstellende Antwort.

Die Antwort konnte nur lauten, dass wir erkannt haben, dass es schwierig ist, ein solches Projekt auf dem Lande zu etablieren. Die Befragungen in Mehren fielen zwar größtenteils positiv aus, dennoch scheint der Schritt, am Projekt mitzumachen, für viele im Dorf noch weit entfernt zu sein.

Carsharing-Projekte gibt es sicherlich schon einige gute, siehe Plattformen wie tamyca.de oder autonetzer.de. Aber auch sie funktionieren vor allem in den Städten und Ballungszentren. Hier bei uns, wo die Distanzen zum nächsten Supermarkt, Kindergarten, Bäcker oder Arzt einfach wesentlich höher sind, bedarf es einer anderen Strategie.

Diese Strategie würde ich gerne wieder gemeinsam mit allen Querdenkern, die sich dazu Gedanken machen wollen, weiterverfolgen. Denn die Idee erscheint uns weiterhin verfolgenswert. Wir im Büro haben allerdings nicht ausreichend Kapazitäten, um die Idee voranzutreiben. Freiwillige also gerne vor!!

Somit war Ullis Antwort auf dem Neujahrsempfang zwar wahr und richtig, aber für meine Ohren leider überhaupt nicht zufriedenstellend. Ich würde das Projekt gern wieder angehen, mit weiteren kreativen Querdenkern. Also… rettet die Idee SoliCar! Erzählt anderen von dem Projekt, ladet sie auf unser nächstes Treffen ein, sprecht mit anderen darüber und… Meldet euch bei mir für eine neue Runde von SoliCar.

Querdenken im Dezember

Das letzte Querdenken ist lange her, da konnten wir noch abends draußen im Elmores sitzen. Jetzt ist es kalt und früh dunkel. Zwischenzeitlich ist viel passiert und es gibt bestimmt viele Neuigkeiten, die zum Querdenken anregen. Höchste Zeit für ein neues Treffen – am Donnerstag, 13. Dezember 2012 um 18 Uhr, vermutlich im g.r.i.p.s-Gemeinschaftsbüro in Flammersfeld (Rheinstr. 23). Wenn sich an der Location etwas ändert, sag ich rechtzeitig bescheid.

Es stehen außerdem weitere interessante Termine an, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Die Bonner Transition-Town-Initiative trifft sich am Dienstag, 20.11.12 zum Thema Solidarische Landwirtschaft. Warum ist solidarische Landwirtschaft so interessant? Verbraucher und Landwirte tun sich zusammen und bilden für ein Jahr eine Wirtschaftsgemeinschaft. Die Verbraucher übernehmen die Betriebskosten und erhalten im Gegenzug frische, gesunde, lokale und ökologische Lebensmittel. Der Landwirt hat Planungssicherheit und begeisterte Abnehmer für seine Produkte. 29 “SoLawi´s” gibt es mittlerweile in Deutschland, in Japan sind es gut 40 % aller Betriebe.
Mehr Info unter http://www.bonn-im-wandel.de/2012/11/solidarische-landwirtschaft-in-bonn-es-geht-los/

Die Marienstatter Zukunftsgespräche finden am 23. und 24.11.12 statt. Eine Regionaltagung zur nachhaltigen Entwicklung: Tatort Garten – wo Natur und Kultur sich näher kommen. Mehr Info unter http://www.umdenken.de/cweb/cgi-bin-noauth/cache/VAL_BLOB/5892/5892/1305/flyer.pdf

Weiterhin möchten wir  auf 2 Filmveranstaltungen aufmerksam machen:

Am Sonntag, den 18.11. um 17:30 und am Dienstag, den 20.11. um 20:15 läuft noch einmal der Film Raising Resistance im Kurtheater in Hennef in Zusammenarbeit mit Attac Rhein Sieg und BUND Rhein-Sieg. Es geht um Gen-Soja, Kleinbauern, Saatgutmultis und die globale Lebensmittelproduktion… Mehr Info unter: http://kurtheaterhennef.de/index.php?id=32&tx_ttnews[tt_news]=182&cHash=f3a83ae29b10585a27574274f3f33872

More than Honey: ab 22.11.12 im Cinexx in Hachenburg. Weltweit wird das mysteriöse Bienensterben mit Sorge beobachtet. Der Film ist eine beeindruckende Bestandsaufnahme des Bienenlebens zwischen  Monokulturen, Pestiziden und Antibiotika. Er verfolgt das Schicksal der Tiere von der Familienimkerei bis hin zu industrialisierten Honigfarmen und Bienenzüchtern. Official Trailer: http://vimeo.com/45684169

Filmtipp – Voices of Transition

Den Dokumentarfilm “Voices of Transition” haben wir vor ein paar Monaten in Bonn gesehen und können ihn Euch wärmstens weiterempfehlen. Jetzt läuft er auch im Westerwald:

am Dienstag, 16.10. 18:00 im Cinexx in Hachenburg und am Sonntag, 21.10. 17:30 in der Wied Scala in Neitersen

Der inspirierende, Mut machende Dokumentarfilm “Voices of Transition” lässt Menschen zu Wort kommen, die den Wandel speziell in der Nahrungsmittelproduktion vorantreiben: in Frankreich, Großbritannien und Kuba zeigen uns Landwirte und Wissenschaftler, Permakulturdesigner und Pioniere der Transition-Town-Bewegung, wie man den Herausforderungen von Klimawandel, Ressourcenverknappung und drohenden Hungersnöten mit radikal neuen Wegen begegnen kann – und zwar derart, dass sich ungeahnte Chancen auftun sowohl für die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinden wie auch für eine gesteigerte Lebensqualität.

Die Transition-Town-Initiative Westerburg wird mit einem Stand im Foyer des Cinexx präsent sein; auch WIBeN lädt zur Filmvorführung ein. Danach gibts eine anschließende Diskussionsrunde für alle Interessierte.

Querdenken im August – kleiner Ortswechsel

Nachdem wir die Sommerpause recht früh und ohne Ankündigung eingeleitet hatten, gibt es bald wieder die Gelegenheit zum Querdenken. Der nächste Termin ist am 08. August 2012.

Da viele vermutlich noch in Urlaub sind, wird das nächste Querdenken eine lockere Runde zum Austausch und Auffrischen dienen, und das am besten in entspannter Atmosphäre mit einem leckeren Getränk in der Hand. Wenn das Wetter stimmt, findet also das nächste Treffen in der Bar “Elmores” in Windeck-Schladern statt. Wegbeschreibung findet ihr unter http://www.elmores.de/anfahrt.html

Einen Tag vorher schicke ich nochmal eine Mail rum, um festzulegen, ob wir uns wettertechnisch im Elmores treffen oder ob wir lieber eine Ausweichlocation finden.

Und hier gibt es noch ein wenig zu stöbern:

– (Dokumentarfilm) Der Pakt mit dem Panda – was der WWF uns verschweigt

http://livingscoop.com/watch.php?v=MTU1Nw%3D%3D

– (Artikel) Ein kleiner Mikroorganismus mit einer großen Aufgabe: er frisst gern C02 und soll deshalb den Klimawandel aufhalten. Ob ihm der Durchbruch gelingt?

http://www.brandeins.de/magazin/risiko/lecker-co2.html

– (Termin) Hochbeetbau und Quadratgärtnern in Bonn-Vilich

http://www.transition-initiativen.de/events/hochbeetebau-und-quadratg-rtnern

Querdenken im Mai

Seit dem letzten Treffen ist schon wieder Zeit ins Land vergangen. Es hat sich einiges getan und wir haben ein paar Neuigkeiten für euch sammeln können.

SoliCar  Erste Befragungen in Mehren kommen gut an. Die Leute sind interessiert, füllen mit Freude den Fragebogen aus und wollen auf dem Laufenden gehalten werden. Hier werden gerne noch freiwillige Helfer gesucht. Sobald wir genügend Fragebögen haben, werden wir auswerten und die Leute zu einem ersten SoliCar-Kennenlern-Workshop in Mehren einladen.

SoliCar wird anderen Querdenkern vorgestellt: auf der KarmaKonsum-Konferenz am 01. Juni in Frankfurt diskutieren wir mit anderen Querdenkern das Thema „Carsharing auf dem Land – wer gibt sein Auto als erstes ab?“ http://www.karmakonsum.de/konferenz/greencamp-2012-vorschlag-51/ Wer an dem Tag mit nach Frankfurt kommt, sei herzlich dabei. Mentale Unterstützung ist immer gut. Eintritt 10 Euro.

Dein ökologischer Fußabdruck: Was glaubt ihr, wie viele Erden euer Lebenswandel braucht? Testet euren ökologischen Fußabdruck: http://www.footprint-deutschland.de/ Wer mit den wenigsten Erden auskommt, bekommt einen Kaffee ausgegeben. Natürlich fairgehandelten.

Und nun zum wichtigen Punkt: das nächste Querdenken findet am Mittwoch 30.Mai 2012 um 18h in Flammersfeld, Projektbüro g.r.i.p.s. statt. Rheinstraße 23, 57632 Flammersfeld.

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

 

Und jetzt auch auf facebook

… natürlich! Es ist gut für Unternehmen und Organisationen „gelikt“ zu werden (Achtung: neuer Anglizismus, der noch nicht weiß, wie er in der deutschen Sprache konjugiert wird… gelikt, geliked, gelaikt?). Heutzutage ist es sozusagen verpflichtend, nicht nur sein eigenes Profil auf facebook zu veröffentlichen, sondern auch eine Fanpage (und der nächste Anglizismus) für die Firma, die Partei, die Organisation oder die Band.

Die Vor- und Nachteile sind bekannt; Nachteil: die Datenkrake facebook sammelt und sammelt, bis sich ein passender Käufer für die Daten anbietet. Wir geben unsere Daten preis und zeigen unsere Vorlieben, unsere Hobbies, unsere Sehnsüchte. Personalisierte Werbung ist das Ergebnis. Auf der anderen Seite: wir sehen, wer sich für unsere News interessiert und beteiligt. Facebook-Nutzer können am Dialog teilnehmen. Facebook ist überall, allumfassend, international. Den Luxus, eine gemeinsame Plattform zu schaffen, die sowohl meine Freunde aus dem Umkreis mit einbezieht, genauso wie meine Freunde aus fernen Ländern, die ich im Auslandssemester kennengelernt habe, wissen wir nicht mehr zu schätzen. Zu sehr beschäftigen uns tägliche, fast heimliche Änderungen in den Datenschutzrichtlinien von facebook.

Aber was genau stört uns eigentlich an personalisierter Werbung? Kürzlich erst habe ich mich wieder intensiver mit einer bekannten Musikplattform beschäftigt und bin begeistert davon, wie qualitativ hochwertig mir Musikvorschläge angeboten werden. Ich teile meine Musikgesinnung auf der Plattform mit, damit ich personalisierte Liedervorschläge erhalte. Das Ganze ist kostenlos, weil die Künstler selbst ihre Musik hier einstellen und ich sie über das Webradio abrufen kann. Hurra, ich muss gar nichts kaufen!! Da bin ich doch gleich viel beruhigter. In diesem Sinne empfehle ich euch unsere facebook-Seite weiter. Wohlwissend, dass eure Daten nun erfasst werden, aber mit der guten Absicht und Einladung, trotzdem auf interessante Links hingewiesen zu werden, die euch nicht direkt zum Kauf verführen sollen.

Likes und Kommentare sind hochwillkommen.

7 Millarden Menschen…

und es werden täglich mehr. Seit letzten Oktober sind wir 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Alle 15 Jahre kommt eine weitere Milliarde dazu. Was bedeutet das für jeden einzelnen? Eine Herausforderung besteht darin, einen Weg zu finden, miteinander auszukommen. Dafür müssen wir „zusammenrücken“, Ressourcen und Raum mit anderen teilen. So wird eine globale Herausforderung schnell eine ganz persönliche Angelegenheit. Haben wir die Bereitschaft, zusammenzurücken und zu teilen?

Wir werfen einen Blick auf unsere Nachbarn, mit denen wir unseren Planeten teilen:  http://www.7billionothers.org/ (englisch, französisch, portugiesisch)